Nach einer kleinen Irrfahrt durch Zürich erreiche ich kurz nach 10:30 Uhr unser Fahrerlager, das sich an der gewohnten Stelle in der nähe des Ziels befindet. Es herrscht eine lockere Stimmung, (noch!!) keine Hektik und Nervosität. Aber das ändert sich praktisch auf Knopfdruck. Alle beginnen wie wild in ihren Taschen zu wühlen, ich nicht ausgeschlossen. Schnell noch die Rennrollen montieren, tapen, Dress anziehen, denn um 11:00 Uhr ist einfahren angesagt. „Irgendwie ist ein Mittagsrennen nicht so mein Ding“, ist von einigen Fahrerinnen und Fahrern zu hören. Dessen ungeachtet machen wir uns auf die Aufwärmrunde. Als wir uns danach Richtung Start begeben, rinnt uns der Schweiss fast in Bächen runter. Es wird temperaturmässig wieder einmal mehr ein heisses Rennen geben in Zürich, denn die Sonne brennt unerbärmlich. Ich bin froh, dass ich nicht um 15:30 Uhr bei noch heisserer Temperatur mit den Speedfahrern starten muss.
Wir reihen uns am Start ein und warten auf den Startschuss. Gelingt mir heute ein besserer Start als an den letzten Rennen? Noch eine Minute!! Der Puls stieg. Wir wünschten uns ein gutes Rennen. Noch 10 Sekunden! Das Rennen ist gestartet und los gehts auf die 19 km. Vor mir kommt Thomas ins straucheln, kann sich aber noch auffangen. Die andern Basilisken sind schon ein paar Meter vor mir. Ich bin wieder in einen „Gnosch“ verwickelt, alle fahren kreuz und quer. Aber nach 100 bis 150 m hat sich alles ein wenig beruhigt, allerdings nicht tempomässig. Wir hetzen über den Asphalt Richtung Wendepunkt der Startschlaufe. Ich probiere mich nach vorne zu kämpfen, um den Anschluss an die andern Basilisken zu schaffen. Kurz vor der Wendepunkt sehe ich Björn und Thomas in die Gegenrichtung fahren. Auf halber Strecke zurück zum Start/Ziel sehe ich Alex 10 m vor unserer Gruppe. Da sich der Abstand zu Alex nicht verringert, überhole ich den Fahrer vor mir und versuche den Anschluss zu schaffen. Geschafft! So fahren wir, gefolgt von weiteren Skatern das erste mal durchs Ziel. Mit der nötigen Vorsicht überqueren wir die Tramschienen vor der Quaibrücke. Mit wechselder Führungsabeit erreichen wir die zweite Spitzkehre nach dem Tunnel. Das Rennen beginnt mir richtig zu gefallen, eine gute Gruppe, ein flottes Tempo und ich mitten drin. Von wegen Mittagsrennen sind nicht mein Ding!! In flottem Speed (obwohl Fitnessfahrer) nähern wir uns der nächsten Wende am linken Seeufer und schon gehts zurück zur Quaibrücke und beim Start vorbei. Die Stimmung entlang der Stercke ist genial, von überall her hört man Anfeuerungsrufe. Schon erreichen wir zum zweiten Mal die Wende der Startschlaufe und nähern uns dem Ziel. In der Gegenrichtung sehe ich Alice. Dieses mal holt sie mich nicht ein!! Noch eine Runde. Wieder die verflixten Tramschienen. Irgend wann hat Alex den Anschluss an unsere Gruppe verloren, dafür ist Ursi zusammen mit ein paar Fahrerinnen zu uns vorgestossen. Gemeinsam machen wir uns auf den Weg zur Wende nach dem Tunnel. In einer Gruppe von ca. 6 – 8 Fahrern werde ich nach getaner Führungs-arbeit netterweise immer wieder an dritter Stelle eingelassen. So entkomme ich glücklicherweise dem „Handorgeleffekt“ am Schluss der Gruppe mit dem Nachteil, dass ich schon bald wieder an der Spitze bin, da andern beiden sich sehr schnell ablösen lassen. Vor der Quaibrücke kommt erstmals etwas Hektik auf. Das Tempo wird wird leicht verschärft um nach kurzer Zeit wieder zusammen zu fallen. Wir kommen beim Start vorbei. Noch 3 Kilometer. Jetzt wird nochmals Tempo gemacht. Wir kommen zum letzten Wedepunkt. Vor mir sind zwei Fahrer, davor eine Lücke von vielleicht 10 Metern. Auf der leicht abfallenden Strasse geben alle nochmals Gas. Plötzlich sehe ich umherruderne Arme vor mir und schon liegt der Führende am Boden. Alles geht sehr schnell. Kaum habe ich das registriert klappert es bereits wieder und der vor mir Fahrende liegt quer vor mir. Zum Reagieren bleibt keine Zeit. Mir werden buchstäblich die Füsse unter den Beinen weggerissen. Das Nächste das ich realisiere – ich sitze am Boden. Aber wie dahin gekommen bin weiss ich nicht. Ich höre wie der ein den andern Gestürzen fragt, ob alles in Ordnung ist. Dieser bejaht. Auch ich scheine ohne grössere Verletzungen dvon gekommen zu sein. Als ich mich aufrapple, sehe ich Alice in einer Gruppe an mir vorbeifahren. Ich mache mich auf die letzten 500 Meter und erreiche unter den Anfeuerungsrufen der vielen Zuschauer das Ziel. Trotz des Sturzes (leichte Schürfung am Knie und am A....) war es ein tolles Rennen. Da ich noch nach Luzern musste, habe ich die Speedteams nicht fahren sehen, aber ich hoffe, dass alle mit ihrer Zeit und Leistung zufrieden waren. Alice das nächst Rennen kommt bestimmt!!