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S2-Challenge

Als am Samstagmorgen um 0400 der Wecker klingelte und ich durchs offene Fenster den Regen auf den Asphalt niederprasseln hörte, wäre ich am liebsten dort geblieben wo ich war – im Bett. Nur konnte ich Fränzi ja nicht hängen lassen und raffte mich auf. So fuhren wir durch den frühen, nassen Morgen nach Langnau.

In Langnau –ein Wunder - der Himmel hatte nebst tiefhängenden Wolken auch noch ein paar blaue Löcher. Leider war am Schwimmstart schon wieder alles anders. Es regnete wieder. Naja, beim Schwimmen stört es ja nicht wirklich. So schwamm ich also die 350m im Zickzack-Kurs durch das Bassin.

Nach dem Schwimmen hat zwar der Regen aufgehört, aber die Strassen waren doch noch sehr nass. Lange habe ich die Entscheidung, welche Rollen ich nehmen sollte heraus geschoben aber jetzt mussten also doch die Regenrollen her. Im Startgelände habe ich erfahren, dass ich an 11. Stelle liegend, 59sek. hinter dem Führenden ins Rennen gehen werde. Nach einem kurzen Einfahren, hätte ich noch fast den Start verpasst, bin dann aber doch pünktlich ins Rennen gestartet. Die ersten Kilometer war ich alleine unterwegs, zum Glück wurde ich dann aber von einer guten Gruppe eingeholt und konnte mich zwischen einigen Singel-Männern in die Gruppe integrieren. Nach den 22km hatte ich sie sogar soweit, dass wir als Gruppe gut harmonierten und einige überholen konnte. An welcher Stelle ich an Thomas übergeben konnte, wusste ich aber nicht.

Nach der Übergabe aufs Rennvelo wusste ich, dass wir sehr früh gewechselt haben. In der Ersten Steigung erfuhr ich vom Begleitmotorad, dass wir in Führung lagen. So wurde es also nichts mit einem gemütlichen Samstagfährtchen… Zum Glück fand ich nach rund 30km Solofahrt endlich eine Gruppe an die ich mich anhängen konnte. Wir kamen recht zügig über die schönen 75km und 1250 Hm nach Niederscherli. Ich konnte mit einem schönen Vorsprung an Fränzi übergeben. Beim Wechseln hörte ich von Fränzi nur noch „du bisch viel z frühe!!“ und dann noch was von einem Auto. Wie ich leider feststellen musste, versuchte sie mir den Weg zu unserem Auto zu beschreiben. Zum Glück habe ich es nach 20 Minuten suchen doch noch gefunden.

Den Schock, als Führende auf die Laufstrecke zu gehen, musste ich auf den ersten Kilometer erst einmal verdauen. Der Druck war auf einmal sehr gross und jeder Kilometer, den ich ohne eingeholt zu werden absolviert hatte war eine Erleichterung! Nach einigen Kilometern hatte ich dann einen guten Rhythmus gefunden und konnte die wunderschönen 18km und 420Hm nach Schwarzenburg auch ein bisschen geniessen. Die letzten Kilometer waren sehr hart aber das Ziel, als erste wieder zu übergeben kam immer näher und halfen mir über die letzten Kilometer hinweg. Ich hatte es geschafft!

In Schwarzenburg übergab mir Fränzi in Führung liegend auf die Bikestrecke. Ich hatte keine Ahnung wo unsere Konkurrenten lagen respektive wie gross unser Vorsprung ist. Also ging ich mit Vollgas los. Der matschige und rutschige Boden verlangte einiges an Kraft ab. Nach rund 50 Minuten zog der erste Konkurrent an mir vorbei und ich konnte nichts entgegensetzen. Jetzt hiess es die letzten Reserven zu mobilisieren und die 41km und 1100H bis ins Ziel alles zu geben. Ich war richtig froh als ich das Ortsschild „Schwarzenburg“ sah. Erschöpft aber glücklich über den 2ten Platz lief ich mit Fränzi über die Ziellinie.

Jetzt mussten/durften wir also auf die Siegerehrung warten. Noch schnell jemanden organisieren der ein paar Fotos von uns macht, immerhin hatten wir ja auch noch Verpflichtungen unserem Sponsor gegenüber J Es war ein rundum gelungener Anlass und seit dem Start in Langnau hatte es auch nicht mehr geregnet. Auf der Heimfahrt nach Basel erwischten wir sogar noch einige Sonnenstrahlen. Und unser Ziel, Dabeisein-Unfallfrei ins Ziel kommen- und nicht letzte werden, haben wir auch vollumfänglich erfüllt.

Vielen Dank unserem Sponsor Flowfactory für die Übernahme des Startgeldes.