Get the Flash Player to see this player.

Helmkamera von Jann Stettler

SIC Sursee / 23. Mai 2009



Mein erstes Rennen… Mit gemischten Gefühlen, Vorfreude, Spannung und einer reichlichen Portion an Nervosität und Respekt trudeln Simone und ich in Sursee ein. Einfach der Menge nach, Zelte, Stände, Rollen, Live-Band und jede Menge Inliner, Spitzen- und Breitensportler – ich hatte bisher nicht gewusst, dass die Inline-Szene in der Schweiz so aktiv und gross ist!

Die bekannten Gesichter im und ums Basilisken-Zelt tragen ein wenig zur Beruhigung der Gemütslage bei: „Dort kannst Du die Startnummer holen“ und „da drüben erhälst Du das T-Shirt Deiner Kategorie“. Schnell noch etwas essen und trinken, umziehen und dann bereits in die Skates, gepflastert und getaped, wie die grossen Vorbilder.

Der Start der Männer bringt dann eine gewisse Ernüchterung: Eine beindruckende Menge scheinbar ineinandergekeilter Skates und nach dem ohrenbetäubenden Startknall gleichzeitig nach vorne preschender und in unglaublicher Geschwindigkeit losrasender Skater. Daraus folgt die Einsicht, dass ganz hinten starten werden, damit alle „Wahnsinnigen“ ungehindert losdüsen können.

Und dann endlich am Start, ungeduldig von einem Schuh auf den andern rollend, der erlösende Speaker: „Los geht’s!“ Die 200 Meter lange Neutralisationsstrecke ist angenehm, die Schnellen können davon ziehen, die Wackligen überholt werden. Danach gilt es, möglichst schnell eine Gruppe zu finden, was sich zu meiner Überraschung ziemlich bald ergibt. Und dann das unbeschreibliche Gefühl, in gleichmässigen Schritten über den aalglatten Boden gleiten, im Windschatten der Gruppe, das Sausen der Rollen, fast wie von selbst. Im Hintergrund die Schneeberge, links unten flach glänzend der Sempachersee – einfach grossartig!

Auf unserem bescheidenen Niveau wechseln wir die Führung und es bildet sich bereits nach wenigen Kilometern schon fast so etwas wie Teamgeist. Der erste Verpflegungsstand zeigt, dass es sich lohnt, die eigene Flasche mit sich zu tragen, denn der Boden ist nass und gepflaster mit zerquetschten Pappbecher. Auf der zweiten Streckenhälte von Sempach zurück nach Sursee macht der Gegenwind zu schaffen und darüber hinaus steigt die Strecke auch wiederholt. Dafür bieten die noch etwas vorsichtigen Abfahrten Gelegenheit den Rücken etwas zu entlasten. Die Organisation ist sehr gut, bei unebenen Stellen oder engeren Kurven winkt Security-Personal bereits von Weitem. Und dann kommt – für Ortsunkundige wie mich ziemlich unerwartet -  bereits die erste Zieldurchfahrt. Wir sind gut unterwegs, ca. 48 Minuten für die erste Runde, das ist weit unter dem persönlich gesetzten Ziel von 1 Stunde. „Ca.“ weil ich vor lauter Aufregung erst etwa 10 Minuten nach dem Start daran gedacht habe, meine Polar-Uhr einzustellen.

Auf der zweiten Runde pendelt sich das Fahren etwas ein und ich versuche, das im Training Gelernte umzusetzen. Wie war das: zwischen 2 und 3 Uhr und auf dem Fersen abstossen, Power-Box, keinen Passgang beim „Aufwärts-Säckeln“. Der erste Sturz am Strassenrand lässt einem wieder bewusst werden, dass Vorsicht geboten ist, vor allem jetzt, wo sich gewisse Ermüdungserscheinungen zeigen und die Konzentration nachlässt. Aber bereits sind wir wieder auf der zweiten Hälfte der Runde und gegen Sursee beginnt der Endspurt. Die Gruppe zieht sich etwas auseinander, halbwegs ernst gemeinte Angriffe, Adrenalin, und schliesslich die Zieleinfahrt.
Geschafft! Müde, ohne Sturz und glücklich. Mein erstes Rennen – ein eindrückliches Erlebnis…

27.05.09, Sara Oeschger