One-Eleven in der Ostschweiz, 19.8.2007
Dank Ursi kam ich am Samstag vor dem Rennen noch frühzeitig vom Hochzeitsapéro Eli & Fabian in Zwingen zurück. Es hiess, so gut wie möglich die
Beine hochlagern.
Um 2 Uhr in der Früh schallerte mein Wecker, „Orientierung, wo bin ich, Morgenstraich oder in einem falschen Film“, tja, der One-Eleven war wieder mal auf dem Programm. Ganz leise schlich ich mich aus dem gemeinsamen Bett in die Kälte der morgendlichen Wirklichkeit.
Beim Gerspach zu St. Jakob warteten schon Léa, Petra, Markus, Jann und Urs, der den Sportclub-Riehen-Bus zur Fahrt nach St. Gallen retour mitbrachte. Es ging dann gerade um 3 Uhr los. Bereits nach einer kurzen Höllenfahrt von knapp 90 Minuten durch die halbe Schweiz, parkierten wir unser Gefährt in einer Seitenstrasse des sehr neu erstellten Sportpalastes in St. Gallen. Vielen Dank an Jann fürs Chauffieren! Nachmeldungen und Frühstücken gingen dann flott über die Bühne. Annette und Patrick irrten auch schon in den Katakomben des Palastes herum. Meist gestellte Frage am gemeinsamen Frühstückstisch: Wo ist das WC mit der kürzesten Warteschlange?
Endlich um 7 Uhr durften wir dann loskurven. Irgendwo unterwegs überholte mich Christine, ganz heimlich und still – aber ich bemerkte die grosse Herausforderung. Mit kleinen Steigungen und rasanten Abfahrten kurvten wir durch die Gegend. Zum guten Glück waren alle Abfahrten im ersten Teil trocken, ansonsten hätten wir noch mehr Stürze zu verzeichnen gehabt als diejenigen von Annette und Christine. Auch die Hobby-Fahrer hatten in den Abfahrten 60km/h oder mehr drauf. Etwas Mut braucht es schon – oder nicht?
Meistens in Gruppen absolvierte ich die ersten 90km ohne Probleme. Ausser Jann konnte ich niemandem von uns unterwegs zuwinken. Jann, Markus und Annette absolvierten die abgespeckte Version des One-Eleven und spulten „nur“ 70 km ab. Bei mir fing das Rennen erst nach Kilometer 90 an. Der linke Knöchel schmerzte, die Fusssohlen glühten schon lange, die Beine waren steiff, aber ich fuhr weiter. Leider entdeckte ich keinen Besenwagen, ansonsten hätte ich... Die Leute an den Strassenrändern spornten uns an. Ich lief weiter, das Hirn abgeschaltet, sonst wäre ich sofort in die nächste Beiz reingefahren und ein Taxi bestellt. Nach 4 Stunden und 47 Minuten waren die Qualen vorbei. Ich überlebte auch diesen Lauf.
Meine Mitstreiter erwarteten mich bereits beim Transporter. Es fand ein konstruktiver Erfahrungsaustausch statt.
In der Halle gesellten sich auch Irene und Brigitte zu uns, die die Final-Twenties fuhren. Bei dieser Kategorie geht es nur hoch und rauf und steigt kontinuierlich.
In der Halle kristallisierte es sich langsam heraus, dass die Basilisken super abgeschnitten hatten. Ich musste mehrere Male vors Podest sausen, um meine Kamerädchen zu knipsen.
Den Anfang machte Léa mit einem ausgezeichneten 6. Rang overall. Weiter durften das Treppchen erklimmen, Urs als Dritter seiner M50 Kategorie, Annette als Siegerin bei den W40 final 70km, Jann als Dritter über final 70km overall und Markus als Sieger seiner Kategorie M40 über 70km.
Allen Beteiligten gratuliere ich zu Ihren erweiterten Erfahrungen, sei es mit oder ohne Podestplatz. Die One-Eleven sind jeweils eine Herausforderung und bieten einfach alles, Überwindung beim frühen Aufstehen, die rasanten Abfahrten mit den zahlreichen Adrenalinschüben, die letzten steigenden Kilometer, wo das Fleisch das Hirn bestimmt – eine psychologische Herausforderung, sozusagen test yourself.
Gute Erholung an alle Beteiligten, Stephan / 20. August 2007
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