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FIC Pontarlier

 

FIC Pontarlier

Erster Blick in den s-i-b Rennkalender: JA das FIC-Rennen von Pontarlier ist drin! Da die Konkurrenz anderer Veranstaltungen gross ist (speziell natürlich der 3-Land-slowUp und Duluth), fahre ich auch dieses Mal allein durchs geheimnisvolle Val de Travers nach Pontarlier. Unterkunft wohlweislich schon monatelang im voraus gebucht, denn Pontarlier ist an diesem Wochenende jeweils auch noch durch irgendwelche anderen Anlässe völlig ausgebucht. Bei der Ankunft auf dem Bahnhofplatz werde ich schon begrüsst durch das etwas penetrante Dauergerede des FIC-speakers, der aus den quer durch die gesamte Altstadt fest montierten Lautsprechern herunterdröhnt. Ein paar Minuten weiter auf der Place Pagnier das gewohnte Mini-Village mit ein paar Ständen, Rivella wirkt etwas deplaziert in Frankreich da kaum bekannt, einige gelangweilte Aktive und ein paar Schaulustige, und darüber das aufgeregte Dauerreden des speakers. Das bekannte Animationsprogramm mit Verkleidungen, Akrobatik-Töggeli-fahr-show und dann die Team-Stafetten auf Rollerski und inlines: viel Lärm um nicht sooo viel. Verpflegung gibt's übrigens nicht im village.
Unterkunft, Abendessen beim Hotel 2 km weiter in der Stadt. Meine Erkältung hämmert immer noch im Kopf, Nacht mässig gut. Frühstück im Hotel mit vielen anderen inlinern und ihren Supportern, alle französisch.
Transfer zum Start auf der Place Pagnier. Dress fertig montieren, Gepäck in den Plastiksack für den Transport ins Zielgelände hinauf. Nervös wie Anton. Wetter super, aus kalt wird schnell warm.
Die Rollerskier starten, gleich sind wir auch dran. Sogenannter fiktiver Start mit neutralisierter Fahrt durch die Stadt (wie Sursee), dann geht's los. Fühle mich nicht so fit, wie ich körperlich eigentlich bin, gehe das ganze sehr vorsichtig an. Mehrmals unschöne Rempeleien durch junge immer wieder weibliche Fahrer, übermotiviert aber von Übersicht oder Rücksicht keine Ahnung. Muss mehrmals mit Elbogen Leute daran hindern, mich blindlings seitlich zu rammen. Wenig überraschend treffen wir auch mehrmals auf gestürzte (junge weibliche, sorry) Fahrer. Die ersten Steigungen kommen, bin gut darauf eingestellt, finde guten Anschluss (Gruppenhüpfen wenn eine schnellere kommt). Die üblen groben Rollsplit-Strecken von vor 2 Jahren sind wie magisch verschwunden, teilweise offensichtlich überteert, teilweise schon wieder völlig weggefahren (Superqualität hält ganze 2 Jahre, umso besser für uns). Komme deshalb überraschend gut vorwärts, aufwärts, gerade, zwischendurch abwärts. Die "grosse Steigung" nach Labergement taucht auf (3km ca. 60m Höhe), diesmal keine Panik sondern möglichst voll ran, Kraft ist jetzt genug da. Von hinten kommt niemand mehr, Abstand wird grösser, vorne ist wenig los, komme gut oben an. Oben bläst uns der übliche tückische Gegenwind ins Gesicht. Die Fahrer rücken zusammen, ich bleibe zuerst in der Gruppe, aber die ist sooo langsam. Irgendwann reicht's mir und ich breche aus, mit dem grossen kraftvollen Schritten, die ich bei den basilisken trainiert habe. Von hinten lobt mich einer. Anschluss an eine Gruppe weiter vorne. Dann gleiches Spiel, zu langsam. Bei der nächsten Gruppe ruhe ich wieder etwas aus, da zieht mein lobender Kollege von hinten davon. Ich kann noch nicht. Auf der Schlussschlaufe (2km um Mouthe herum) hole ich langsam wieder auf, aber halt doch schon deutlich müde. Auf der extrem holprigen Schlussgerade (500m) geht mein basilisk-Turbo nochmals los und ich lasse den Kollegen auf den letzten Metern stehen. Sein saftiger Fluch schiebt mich ins Ziel. Klare neue persönliche Bestzeit, trotz deutlicher Erkältung, dank basilisken-Training! Die 34 km haben's in sich, auch wenn die netto 200 Höhenmeter nicht nach viel aussehen. Aber die Strecke ist super, Strasse, Landschaft, Publikum an der Strecke, alles! Der Transport der Kleider direkt zu den Duschen ist tiptop organisiert, keine Sucherei. Dann in die Turnhalle zur offiziellen Pastaparty. Später mit einem der zahlreichen shuttle-Busse in 30Min zurück an den Bahnhof Pontarlier. Ich kann meinen jetzt schon mehrmaligen Saisonabschluss wärmstens empfehlen.

Autor: Markus Segmüller

 

 

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