111-er 2009

Am Sonntagmorgen gings los. Um 1.45 Uhr klingelte der Wecker, aufstehen, Kaffe in die Thermoskanne, Bananen und Isostar noch in den Rucksacht, kurz kontrollieren ob auch alles eingepackt ist und dann wurde ich auch schon von Urs abgeholt. Ab Birsfelden fuhren wir dann mit dem Bus Richtung St. Gallen. Die richtige Ausfahr haben wir gefunden, aber dann?!? Zum Glück gibt’s GPS ;-) Beim Athletikzentrum angekommen gabs dann noch ein Frühstück. Hunger hatte ich ja eigentlich nicht, aber bei der Aussicht auf 70km sagte die Vernunft, dass ich doch etwas essen sollte! Langsam kam die Nervosität, nicht nur bei mir!
Bei der Startnummernausgabe teilten sie uns mit, dass unsere Nummern schon in Güttingen sind. Also machten mir uns ohne Startnummern zurück zum Bus. Die 111-er machten sich direkt auf zum Start und wir 70-er fuhren zum Bahnhof, wo uns der Sonderzug nach Güttingen brachte. Am Bahnhof wurde mir mitgeteilt, dass die Team Fahrerinnen nicht mit den Männern fahren dürfen. Super, dachte ich, eigentlich habe ich mich doch auf ein Rennen ohne Zicken-Krieg gefreut. Beim Warten auf den Start habe ich mich dann dazu entschieden, auf die Teamwertung zu verzichten und dafür mit den Männern zu fahren. Dies führte zu einigem Unmut bei gewissen, weiss gekleideten, Damen, doch schon sehr schnell hörte ich nichts mehr von denen und konnte das Rennen so richtig geniessen. Die Gruppen bildeten sich recht schnell und das Tempo war angenehm. Die Kilometer verflogen recht schnell. Da es sehr heiss war, hiess es immer genug trinken, zum Glück kamen häufige Verpflegungsstationen, mit Wasser, Apfelschorle, Isostar, Bananen, Äpfeln, Riegel und Gel’s. Es war nicht immer ganz einfach, das gewünschte zu ergattern und so musste ich auf die 1. Banane bis zur 3 Station warten, aber dann habe ich auch endlich eine ergattert. In der Gruppe war es sehr angenehm zu Fahren. Um nicht in den gefürchteten Hungerrast zu kommen, versuchte ich mich regelmässig mit Gel zu stärken. Die Strecke war sehr schön zum fahren und der Belag auch mehrheitlich gut. Mit Thomas versuchte ich herauszufinden, wo mir am Gigathlon schon vorbei gekommen sind, aber da ich von der Landschaft an den Rennen nicht viel mitbekomme, war das für mich fast hoffnungslos! Die Kilometer verflogen immer noch sehr schnell und langsam näherten wir uns den gefürchteten letzten 20km. Da sich meine Geltube langsam leerte, versuchte ich noch eines der Gels die bei den Verpflegungsstationen verteilt wurde. Das stellte sich jedoch sehr schnell als grosser Fehler heraus. Ich kann nicht genau sagen, nach was es schmecken sollte, aber ich brauchten fast einen halben Liter Wasser um den undefinierbaren Geschmack wieder los zu werden.
KM 90, ab jetzt sollte es aufwärts gehen. Thomas ermahnte mich bei einer kurzen Steigung nochmal, nicht zu früh das Tempo zu verschärfen, es gehe noch lange genug! Ich beherzigte seinen Rat und hielt mich in der Gruppe. Noch 10km, es geht immer noch sehr gut und ausser einer weiteren Frau, die aber die 111 km fährt, ist weit und breit keine zu sehen. Die letzten 5 km waren gefühlsmässig die längsten. Aus unserer grösseren Gruppe wurde eine 3-er Gruppe. Wir versuchten uns zusammen die letzten 3 km die Steigung hinauf zu ziehen. Oben angelangt, ging es noch um einige Kurven und dann war auch schon der Zielbogen zu sehen. Ganz ohne letzte Sprintattacken fuhren wir zusammen ins Ziel. Vom Speeker wurde ich darüber informiert, dass ich die erste Frau der 70km bin! Es war ein tolles Gefühl! Im Ziel wurde ich dann auch von den SIB-ler die den 111er gefahren sind empfangen.
Nach einem kurzen Gespräch mit dem Schiedsrichter, hat er mir zugesichert, dass er mich aus der Teamwertung nimmt und im Breitensport klassiert. Die Overall-Wertung hatte ich also gewonnen, so waren auch die verlorenen Punkte in der Teamwertung nicht so schlimm! Es war ein tolles Rennen.
Ich gratuliere allen, die die 111 oder 70km gemeistert haben.

Fränzi Pleschinger