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1. Glacier 3000 run |
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9. August 2008. Um 5.00 Uhr morgens, wir werden durch die Lovebugs
mit „music makes my world go round“ aus unseren Träumen gerissen.
Ja heute ist es endlich soweit, heute findet der 1. Glacier3000 run statt.
Michel, Raphaël, Gabriel und ich haben uns auf dieses Abenteuer ein-
gelassen.
Der Start befindet sich in Gstaad auf 1050m ü.M. danach geht’s nach
Reusch – Oldenegg – Cabane und ins Ziel auf 2891m ü.M. auf den
Glacier3000. Es sind 26km zu absolvieren und 1841m Höhendifferenz
zu bewältigen.
Nach einem kurzen Morgenessen holen wir Michel um 6 Uhr in
Münchenstein ab. Es geht auf die Autobahn Richtung Bern – Saanen
– Gstaad. Das Wetter ist noch trüb und ab und zu regnete es noch.
7. Uhr. Michel packt pflichtbewusst 3 Std. vor dem Wettkampf seine
kalten Teigwaren aus und fängt an zu mampfen. Eine ¼ Std. später
gönne ich mir auch noch mein zweites Morgenessen in Form von
Teigwaren. Das Wetter ist immer noch nicht besser, aber die Hoffnung
stirbt ja zuletzt und der Wetterbericht auf DRS1 sieht es auch positiv.
8.10 Uhr. Wir sind in Gstaad angekommen, Wetter sieht tatsächlich
gut aus, es reißt auf und die ersten Sonnenstrahlen erscheinen und
wärmen uns ein wenig, es ist gerade mal 12 Grad.
Startnummer holen einen WC–Stopp einlegen und dann kam die
große Frage was zieht man an? Hier im Tal ist es ja noch angenehm
warm aber im Ziel auf knapp 3’000m ü.M. ist die Temperatur wahr-
scheinlich nicht mehr so sommerlich. Wir entschieden uns für ¾
Hosen ,Odlo-Shirt und darüber das s-i-b-Shirt, Armstulpen noch in
die Rückentasche und das war’s. Kleider für ins Ziel konnte man ab-
geben sie wurden hinauf transportiert. Gilet, Mütze und Handschuhe
gaben wir unserem Coach (Chantal) mit, sie begleitete uns per Bus,
Gondelbahn und Sessellift bis ins Ziel.
Inzwischen war es 9.20 Uhr geworden, wir stießen noch auf Raphaël
und Gabriel, sie bereiteten sich auf das Staffelrennen vor, das hiess für
die beiden, das Raphäel die ersten 16km bis nach Reusch übernahm um
dort an Gabriel zu übergeben der von dort die letzten 10km den Berg
hinauf in Angriff nahm. Sie gingen als die großen Favoriten an den
Start, ob sie mit dem Druck umgehen konnten, wird sich noch zeigen J
Auf uns lastete nur der Druck oben anzukommen egal wie....
10.00 Uhr. Der Startschuss fiel und es ging los, vorne liefen sie davon wie
von Bienen gestochen, wir nahmen es noch gemütlich und liefen einen
4.30Min. Schnitt pro Kilometer. Die ersten 16km waren relativ flach und
führte der Saane entlang nach Reusch auf 1343m. ü.M.
In Reusch angekommen, standen wir vor einer Wand und weit oben sahen
wir die Gondelbahnstation Oldenegg wo der nächste Verpflegungsstandort
war und unser erstes Ziel. Noch ein Becher isotonisches, ein paar Bananen-
stücke, Blase entleeren und weiter ging’s. Ja nun fing es an zu steigen, auf
den nächsten 10km müssen wir rund 1500 Höhenmeter überwinden. Am
Anfang war es noch ein relativ breiter Weg der noch gut begehbar war, man
wechselte zwischen Rennen und Laufen kam gerade auf den Neigungsgrad
an. Doch bald wechselten wir auf einen Pfad, in Einerkolonnen ging es
weiter und die Kilometer gingen kaum vorüber. Endlich war die Station Oldenegg
auf 1919m. ü.M. in Sicht, es war der Kilometer 20.5. Chantal stand schon mit Gilet
und s-i-b Cap bereit. Auf das Gilet verzichtet ich noch, den die Temperatur war noch
O.K. Am Verpflegungsstand noch kurz eingedeckt mit Powergel und einen Becher
Wasser und schon ging’s weiter. Der nächste Abschnitt war ziemlich anstrengend da
der Weg feucht und nicht mehr so gut begehbar war (mit Laufschuhen), was volle
Konzentration von einem abverlangte.
In diesem Teilstück hatte ich eine kleine Krise, aber zum Glück folgte der Weg genau
dem Sessellift entlang und so wurde man von oben herab immer wieder mal ange-
spornt. Auch langsam merkte ich wie die Luft dünner wurde und das atmen schwerer
fiel. Da piepste plötzlich mein Telefon und ein SMS von Markus kam mit dem Text:
Cancellara Bronze (Olympiastraßenrennen der Herren), was mich aus dem Tief holte
und von da an ging’s wieder bergauf J.
Die letzte Station vor dem Ziel bei Kilometer 23 hiess Cabane und war 2525m.
ü.M. Chantal stand auch hier wieder bereit mit Kleider und aufmunterten Worten.
Ich nahm das Gilet und die Ärmlinge und erkundigte mich wie es Michel läuft.
Ich gönnte mir noch Bananenstücke und 2 Becher Cola und machte mich wieder
auf den Weg. Eine Ärztin fragte noch jeden ob alles O.K. ist und wünschte viel
Glück. Von nun an ging es durch Geröllhänge, auf schmalen Wegen wo es zum
Teil auf der einen Seite ziemlich steil hinunter ging, man durfte sich hier keinen
Fehltritt erlauben. Irgendwann dann kam aus dem Nebel das Ziel in Sicht, leider
mussten wir noch eine Schlaufe um einen Hügel laufen so das wir uns wieder
entfernten vom Ziel. Die Schlaufe führte über den Gletscher, der Schnee war
„pflotschig“ und die Schuhe füllten sich mit Wasser, was soll’s dachte ich mir.
Dann kam das Schild 500Meter, es waren lange, lange 500Meter und zum Dessert
gab es noch einen fast senkrechten Aufstieg plus Treppe. Irgendwie habe ich auch
dies noch geschafft und bin ins Ziel gekommen. Für die letzten 10km brauchte ich
über 2 Stunden.
Ich wartete auf Michel der auch müde und geschafft das Ziel erreichte, er hat auf
dem Gletscher noch einen „Seppi“ gerissen und sich so unfreiwillig abgekühlt. Hier
oben waren es gerade mal 6 Grad und zum Teil hingen Nebelschwaden am Gipfel.
Wir zogen uns warme Sachen über und machten uns auf den Weg zurück nach Gstaad.
Wir verpassten gerade die Siegerehrung der Staffel Männer. Unsere beiden Spitzen-
läufer haben sich ganz klar durchgesetzt und mit einem Vorsprung von über 30Min.
das Rennen klar gewonnen. HERZLICHE GRATULATION!!
Nach einem Teller Pasta ging es uns deutlich besser und wir machten uns auf den
Heimweg. Es war ein sehr schöner Lauf sofern man die Umgebung genießen konnte!
Er war aber auch ein sehr harter Lauf und die Höhenmeter und die Höhe hatte es in
sich!
An dieser Stelle noch ein ganz herzlichen Dank an Chantal, die das ganz mitmachte
und uns super betreute. Auch ein Dankeschön an Michel, der sich für jede verrückte
Idee überreden lässt und mitmacht! J
P.S. Sorry Gabriel, von dir haben wir kein Foto... du warst eindeutig zu schnell!! Autor: Jann Stettler |
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