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Das erste Mal Engadiner Inlineskating Marathon 2008


"Kultigste Event in der Sakterszene", "schnellste Marathon der Welt", "Mann muss nur auf die Skates stehen und rechtzeitig kräftig bremsen", "wir haben 85 kmh im Schlucht gemessen.."
so oder ähnlich wird dieser Anlass beschrieben.

Prolog: 2 Wochen vorher am Slowup Hochrhein 2008
"Nicht bremsen, Du kannst nach der Kurve laufen lassen" hörte Ich eine Stimme neben mir. Vorbei rauschte eine Skaterin, die die Strecke gut kannte. Ich ging in die Hocke und genoss den Fahrtwind. An dem Bahnübergang wo wir ca. 10 Minuten warteten erzählte sie mir, sie hat schon den „Engadiner“ gemacht. Auf meine unendliche Bewunderung meinte sie, ich kann so gut bremsen, es sei absolut kein Problem. Man kann ja auch auf dem berühmten Teppich bremsen.....

Nun hatte ich keine Argumente mehr gegen eine Teilnahme an diesem kultigen Event.

Malloja, Samstag 15:50 noch 1 Stunde und 10 Minuten. Ich schaue meine Bremsklötze, absolut an die Limite abgenützt. Die ganze Woche habe nur Bremsen geübt. Soll ich die Bremsklötze schnell auswechseln? Werde ich bis auf Glut auf die Bremsschiene fahren? Trotz Panikgefühle aber nach dem Moto "nur nichts neues vor dem Rennen" habe ich darauf verzichtet.

Start, ich reihe mich nach rechts. Dort kann man bremsen. Erste Abfahrt, "Beine zusammen halten, nicht zu breit fahren" sagte mir Walti noch im Hotel, das tat ich auch. In den Abfahrt fühlte mich sehr sicher auch weil sich einige Skater an mich geklemmt haben. "Wenn es Dich stört sag es nur, aber zusammen kommen wir besser herunter"  sagte jemand hinter mir. Nach 25 Minuten waren wir schon vor St. Moritz. Mein Puls zeigte im roten Bereich. "Bleib dran, sonst bist Du verloren" rief mir Fredi. Er skatete gemütlich neben mir im Wind und motivierte mich taktisch korrekt zu verhalten, Ich soll nah an den Grüppchen zu bleiben.

Der Posten schwingt eine grüne Fahne, das heisst Geschwindigkeit reduzieren. Jetzt fahre ich in die berühmt berüchtigte Schlucht hinein. Das Grüppchen nahm die linke Seite auf dem Asphalt und ich zögerte. "Geh auf dem Teppich, von dem Asphalt gibt es keine Zurück mehr" sagte Markus vor dem Rennen, klar ich nahm die sicherere Variante. Der Bremsteppich zeigte seine Wirkung, echt langsam super, sicher….., aber nach 10 Meter fand ich es plötzlich langweilig. Speeeeeed - das macht Spass. Kurz entschlossen schliess ich die Schnallen der Skates noch ein wenig und tat einem kleinen Schritt nach links. Schön in der Hocke, tief und aerodynamisch sauste nach unten. Klar bei der Geschwindigkeit ist die Schlucht in 90 Sekunden zu Ende. Dank meines super Materials habe das Grüppchen längst überholt. Danke Urs für das schmieren der Lager, danke Markus für die neue Kugellager.

Zeit zur Erholung, Rückenstrecken tut gut. Warten auf die Gruppe ist immer intelligenter als allein fahren. Hab es geschafft ohne Sturz und ohne Bremsteppich. Jetzt kann Nichts mehr schief gehen……...

Aufstieg nach Pontresina, leider im Marathonrausch fand ich, dass die Gruppe zu langsam sei. Wechsel zu einer schnelleren Gruppe was auch tektisch „korrekt war. Puls auf 190 hoch geschraubt, schwere Beine. Das war leider das Ende der Spass und Anfang des grossen Leidens. „Komm mit uns“ rief eine Fahrerin aus "meiner" ehemalige langsamere Gruppe. Aber es war nichts mehr zu machen. Gegen den starken Wind fuhr ich alleine weiter. Zug nach Zug kamen die Skater vorbei aber alle zu schnell.

Nach einigen Kilometern fand ich Anschluss an einen langsamen Zug und wir skateten relativ gemütlich ins Ziel.

Zeit: 1:31. Fast so schnell oder langsam wie an dem Marathon im ZUG. Also - vom 42 km Abfahrt ist keine Rede.

Besseres Wetter kann man sich für einen Marathon nicht wünschen. Erstaunlicherweise waren die Ratschläge der Kollege sehr nützlich. Die Megaparty am Abend war echt gut, einzige negative - die Caipirinia ist ausgegangen. 02:00 Ins Bett gegangen, 08:00 aufgestanden. 

Und mein Fazit: die Bremsklötze hätten ich zu Hause lassen können

Autor: Petro

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