SIC Biel
Zickenbericht“ vom WIC Biel
Am Sonntag 09.08.09 fand zu ungewohnten Startzeiten wieder einmal der World-Inline-Cup Biel statt. Nach langem Hin und Her, soll ich oder soll ich nicht, hält das Wetter wohl etc. entschloss ich mich eine Stunde vor dem Start doch noch für die Nachmeldung. Obwohl ich mir vor 2 Jahren in Biel geschworen hatte, das Rennen wegen der vielen Kurven, Fussgängerzonen und Kreisel nie mehr zu fahren, konnte ich schlussendlich nicht widerstehen. So stand ich dann wie gewohnt bei den Fitness Breitensportlern in der dritten Startreihe. Weshalb tue mich mir das bloss an? Hätte ich doch meine Skates lieber ganz zuhause gelassen. Das waren wie immer meine Gedanken am Start und die Nervosität stieg von Minute zu Minute. Dann der Startschuss- ich kämpfte mich nach vorn und heftete mich an die Rollen von Yvonne, einer Thunlinerin und Nadine, einer X-tech-Fahrerin. Diese beiden Frauen lagen in meiner Reichweite. Uns folgten 3 Männer und schon bald hatten wir unsere 6er-Gruppe zusammen. Wir versuchten noch, die vordere Gruppe einzuholen, aber die waren schon zu weit weg und die Kraft reichte in dem teilweise starken Gegenwind nicht mehr aus um die Lücke zu schliessen. Je nach Führungsperson wurde ein hohes Tempo gefahren – ich lief ziemlich am Anschlag. Schon bald verabschiedete sich die X-tech-Fahrerin in die hintere Gruppe und unser Grüppchen schrumpfte auf 5 Personen. Jetzt nur dranbleiben, schwor ich mir…. Es ging gottseidank schon in die dritte und damit letzte Runde. Gedanken wie „jetzt nur nicht aufgeben“, „das schaffst du noch ins Ziel mit dieser Gruppe“, „immer schön sauber abstossen“ wie auch „soll ich aus der Gruppe raus“ etc. beschäftigten mich in der letzten Runde. Dann der Ruf von einem der Männer „Gebt Gas! Schneller wechseln! Die hintere Gruppe schliesst auf“ lenkte mich von meinen Gedanken ab. Die Männer gaben vorne noch mehr Gas, aber wir konnten nicht mehr verhindern, dass wir aufgeholt wurden. Und was sah ich da: Die Frau vom X-tech-Team wurde von ihrem Mann in unsere Gruppe gezogen, wie so oft schon in den anderen Rennen. Wir liefen der Zielkombination entgegen und da wurden wir zwei Frauen von ihm total abgeblockt – sie selber konnte ruhig ins Ziel laufen. Leider reichte es mir nur für Platz 9, aber der Frust über die Unsportlichkeit war deutlich grösser. So was gehört für mich nicht in den Fitness Breitensport, in eine Kategorie, in der es um nichts geht.
So verliess ich Biel mit gemischten Gefühlen, jedoch froh, das Rennen gut und ohne Sturz überstanden zu haben. Und – so schlimm wie ich es in Erinnerung hatte, war es wirklich nicht. Auf jeden Fall hab ich mir dieses Jahr nicht mehr geschworen, nie mehr in Biel starten zu wollen :-)
Immer noch leicht genervt für SIB aus Biel – Sandra Bachmann
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Wenn man an einem Sonntag noch früher aufsteht, als gewöhnlich, eigens um sich die Beine zu rasieren, beide Beine, von oben bis unten, dann hat man etwas Besonderes vor. Die Beine sehen etwas komisch aus, nicht ganz mehr wie die eigenen Beine.
Den ganzen Samstag hat es geregnet, dass die Autos fast von der Strasse gespült wurden. Jetzt packt man seine Rollschuhe, um in einer Stadt, die man bloss von den Schildern auf der Autobahn her kennt, ein Wettrennen zu fahren mit anderen auf ihren Rollschuhen. Man setzt sich in den Zug und erkennt Georg nicht wieder, der auf der Bank nebenan sitzt, weil Georg nicht in seinem schwarzen Wespendress da sitzt und die Käferaugenbrille nicht auf der Nase trägt. Erst beim Aussteigen erkennt man ihn an der Tasche, die er mitschleppt und dort kommt Martin noch dazu und so geht man zu dritt durch die Stadt, dorthin, wo das Rennen stattfinden soll. Es ist unglaublich beruhigend, weil die Anderen das alles so gut kennen und schon so oft gemacht haben und man selber macht das zum ersten Mal.
Das, wohin man jetzt geht, nennt sich das Village. Es ist tatsächlich ein Dorf, eine Ansammlung kleiner Häuschen. Aus Stangen und Plachen oder als Rollwagen, als Anhänger, mobil. Ein Dorf auf Zeit. Es hat Häuschen mit Essen und andere mit Getränken und wieder andere bieten Schuhe an mit Rädern. Schuhe einfach so schön und mit so schönen Rädern, einfach göttlich. Wie hiess der leichtfüssige Gott mit den Flügeln an den Füssen, Hermes oder auch Merkur – mit diesen Schuhen an den Füssen wird man sicherlich zum Halbgott mindestens, leichtfüssig und wie mit Flügeln an den Schuhen.
Allerdings lässt einen der Blick zum Himmel, der mit grauen Wolken überzogen ist, daran denken, dass man auch mit Flügeln stürzen kann, oder mit Rädern, wenn der Boden nämlich nass ist. Aber irgendwo ist Markus unterwegs mit Regenrädern im Gepäck. Und da ist er schon, emsig mit anderen Basilisken schiebt er einen riesigen Autoanhänger durch die Gegend vom Parkplatz her. Und aus dem Anhänger entsteht, wundersam, ein weiteres Haus aus Stangen und Plachen, mit Sesseln und Sitzen: die Höhle der Basilisken.
Mittlerweile hat man sich umgezogen, seine Alltagskleider vertauscht gegen eine farbige Haut, man ist um mindestens 100 mm gewachsen und den Kopf krönt ein besonderer Schmuck mit böse glänzender Spitze nach hinten. Derart gewappnet begibt man sich auf die Strassen der fremden Stadt, denn man hat , durch die gelben Brillengläser, andere Gestalten erspäht in anderen Farben und anderem Kopfschmuck, die auf leise rollenden Rädern vorbeiziehen an der Höhle der Basilisken und lautlos in den Gassen verschwinden, fischgleich. Denen schliesst man sich an.
Man fährt auf Entdeckungsreise durch die Bieler Innerstadt und die Industriezone von Biel. Und über eine Art Ringstrasse, die im Bogen zurück führt ins Zentrum, auf die kurze, gerade Strecke unter dem wurstig aufgeblasenen Zieltor durch, auf dem „Rivella“ steht. Dort wird man sich in einigen Minuten mit einer Traube von Männern hinter einer Aluminiumbarriere drängeln und drauf warten, dass jemand mit einer Pistole einen Knall ertönen lässt. Drauf wird man loszappeln mit seinen rasierten Beinen in einem Schwarm zappelnder, rasierter Beine und versuchen, das Ende der kurzen Geraden zu erreichen, wo man in eine Rechtskurve schwenkt und, in Reihen geordnet, Gas geben kann. Wie man das gewohnt ist vom Training, von Fahrten durch die Langen Erlen und den Brügglinger Park und durch die Hallen der Mustermesse, von langen Fahrten sonntags allein am Rhein. Die Füsse merken das. Und man fasst Vertrauen in der gewohnten Bewegung. Wenn man jetzt noch zusätzlich die Arme schwenkt und einen kleinen Sprint einlegt und natürlich noch etwas mehr ins Hecheln kommt, schafft man den Anschluss an eine Gruppe aus schwarz gekleideten Fahrern mit gelben Flammen, Marco und Renato, Benno, Walti und Georg. Jetzt fühlt es sich definitiv wie Training an. Runden drehen auf schnurrenden Rädern, im Gleichtakt.
Das Highlight ist jedes Mal der Kreisel mit dem grossen, bunt blühenden Blumenrondell. So stellt man sich eine Schweizer Kleinstadt vor. Sicherlich gibt es am Bahnhof eine Karte mit dem runden Blumenbeet. Um den Kreisel sitzen Leute in Cafés, vor Kaffeetassen und Biergläsern und vielleicht vor einem Pastis. So stellt man sich jedenfalls eine Stadt am Sonntag, an der Grenze zur Romandie, vor. Genau sehen kann man das natürlich nicht, wir sind ja nicht zum Flanieren hier. Wir rasen mit knapp vierzig Sachen ums Blumenrondell, das verwischt vorbeizieht und ein Bub schreit „Hopp Papi“ und das gefällt dem Papi sicherlich gut.
Aber nach dem dritten Rondell setzt schon der Endspurt an, lange vor der Zielgeraden und man gibt auch ordentlich Fersengeld, nur wird man kurz vor der letzten Kurve noch abgedrängt von einem Fahrer in einem hässlich blauen Dress, das geht natürlich überhaupt nicht. Drum gibt man vor dem Ziel noch einmal alles, was in den rasierten Beinen drin ist und dann ist’s geschafft: schwarz-gelb gewinnt vor blau.
Als Nächstes ist Zuschauen dran. In der Höhle der Basilisken sitzen Markus, Jann, Roman, Sebastian. Draussen steht Urs auf seinen Skates, Patrick probiert was an den Schuhen. Bald geht’s los. Startschuss für Speed und die Fahrer ziehen los. Unterwegs, wo man steht und zuschaut, beim Blumenrondell, ziehen sie an einem voerbei, schön anzusehen... „wie Vögel langsam ziehn, des Morgens, gegen den Himmel.“ Serbe Grobety |