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Rennbericht Biel

Aesch – Biel: ganz alleine im Zug. Viel Zeit um mich auf das Rennen vorzubereiten, zu viel Zeit!! So können sich leicht auch negative Gedanken, Erinnerungen und Gefühle aufdrängen… Schwamm drüber, ich denke an die vielen schönen, gut gelungenen Rennen in Biel. Zwar ein „gefährliches“ Rennen, man denke an die Trottoirränder, die Metallrondellen (wie auch immer diese heißen mögen) und an die vielen Kurven.
Endlich in Biel angekommen, die Nervosität steigt mit jedem Schritt Richtung Village. Die kleinen Kaffees und Bistros laden zum gemütlichen beisammensitzen in der Stadtmitte ein. Gerne hätte ich mich da niedergelassen und das Rennen als Zuschauerin verfolgt. Aber andererseits freue ich mich auf ein schönes Rennen mit einem guten Gefühl folgend!

Eine Stunde vor Start komme ich im Village an. Ich erfahre, dass ich leider die einzige Basilisk-Speed-Women-Fahrerin bin. Also fahre ich mit den Jungs eine Runde zum Aufwärmen. Leider schon die Kolumbianerinnen gesichtet. Das Gerücht, sie würden nach dem Rennen in Einsiedeln nach Hause reisen, hat sich nicht bestätigt.

Dann der Start: hoher Puls, trockene Kehle und das Gefühl den Schuh wieder einmal zu satt gebunden zu haben, mit der Angst der Fuß könnte während des Rennens einschlafen. Lohnt es sich, viel zu riskieren? Lohnt es sich, die Ellenbögen auszufahren? Lohnt es sich, kompromisslos zu skaten?

Erste Runde: angenehmes Renntempo… so angenehm wie es eben am Schwanz der weiblichen Weltspitze sein kann. Der Versuch mich vorne einzureihen bleibt erfolglos. Ich werde mit drei bis vier anderen Schweizerinnen hinten herumgereicht. Und Laufe die ersten beiden Runden im Intervall Rhythmus.

Zweite Runde: noch immer an der Spitze, noch immer Intervall angesagt, ich bin voll konzentriert. Ein Sturz ist wirklich das Letzte was ich gebrauchen kann. Und noch einmal beim Ziel vorbei, bevor ich von der Spitze abfalle und mich an zwei Läuferinnen herankämpfe, die kurz nach mir abreißen ließen.

Dritte Runde: die Dreiergruppe hat sich zu einer Vierergruppe zusammengeschlossen und so wechseln wir einigermaßen regelmäßig die Führung. Innerlich komme ich ein wenig zur Ruhe. Die Sturzgefahr und der Zickenterror haben deutlich abgenommen. Das Renntempo ist gleichmäßig und somit besteht für mich auch keine Gefahr, dass ich den Anschluss verlieren könnte.

Vierte Runde: Eine kommt dazu, die Andere ist weg. Es macht Spaß mit drei Frauen durch Biel zu skaten. So habe ich mich diese Saison gezwungenermaßen damit abgefunden, nicht mit der Spitze (was ursprünglich einmal meine Motivation war) ins Ziel zu kommen.

Fünfte Runde…nichts Weltbewegendes passiert.

Sechste und letzte Runde: da ich sprintschwach bin, überlege ich mir eine Taktik… ich entschließe mich für die Taktik meiner kleinen, erfahrenen Schwester ;-). Früh angreifen!!! Bedauerlicherweise führe ich vor und im Kreisel. Dumm gelaufen… die beiden anderen Fahrerinnen attackieren nach dem Kreisel, als hätten sie meine Gedanken gelesen und meine Taktik gestohlen. Ich versuche mich anzuhängen und das Tempo zu verschärfen. Hoffentlich erleiden die Beiden einen Einbruch, und ich kann sie noch vor dem Ziel überhohlen. Ich zu langsam, die beide anderen Skaterinnen zu schnell. Nichts von meinem Plan geht auf. So komme ich als dritte oder vierte der Gruppe ins Ziel. Das genaue Resultat kenne ich leider nicht, da mein Chip nicht registriert wurde ;-(

Autorin: Petra Thüring

 

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